31.08.2020

Editorial

 

 

Liebe KNX-Community,

die Einsatzmöglichkeiten für KNX sind so vielfältig wie das Angebot an intelligenten Produkten für das System. Ein großes Potenzial bieten Wohnungen und Appartements, die vor allem in Städten für Wohnraum sorgen. Welche Erwartungen Käufer und Bewohner an zeitgemäßes Wohnen haben und wie Investoren und Eigentümer diesen Anforderungen entsprechen können, darüber haben wir mit Systemintegrator Dirk Beyer gesprochen, der mit seinem Ingenieurs- und Planungsbüro schon zahlreiche KNX-Anlagen im Geschosswohnungsbau umgesetzt hat. Er ist überzeugt, dass das „Gebäude 2021“ nur mit einer Buslösung wirklich nachhaltig und zukunftsfähig sein kann.

Sie wollten immer schon wissen, wer hinter KNX Deutschland steckt? Wir stellen Ihnen in einem Vorstandsporträt drei der KNX-Begeisterten vor, die sich rund ums Jahr dafür engagieren, dass unser starker Standard bei den relevanten Zielgruppen noch bekannter wird.

Vermissen Sie auch – so wie wir –  die Fachmessen und Veranstalten der Branche, die in diesem Jahr leider alle nicht möglich waren? Die KNX Association hat jetzt ein neues Format entwickelt, das aktuelle Informationen, spannende Referenzprojekte und viele Tipps für Ihr KNX-Geschäft direkt zu Ihnen nach Hause bringt: Merken Sie sich schon einmal den Termin für die erste KNX Online-Messe vom 28. September bis 2. Oktober 2020 vor!

Wir wünschen Ihnen spannende Lektüre – und bleiben Sie gesund!

 

Herzlichst, Ihr Dr. Volker Biewendt

Leiter Marketing-Kommunikation KNX Deutschland

 

Smart Home im Geschosswohnungsbau: Lukrative Marktchancen für KNX

Nicht nur Bauherren oder Käufer von Einfamilienhäusern installieren immer häufiger Smart-Home-Systeme in ihrer Immobilie. Auch wer eine Wohnung im Mehrfamilienhaus, im Wohnblock oder im Hochhaus kauft, erwartet vielfach eine Ausstattung, die die Anwendung

intelligenter, vernetzter Geräte erlaubt und eine solide Basis in Sachen digitaler Infrastruktur mitbringt. Für Systemintegratoren eröffnet sich hier ein vielversprechendes Aufgabenfeld: Mit ihrem Wissen sind sie in der Lage, die zum großen Teil noch fehlenden Konzepte für Smart Home im Geschosswohnungsbau zu entwickeln. Wichtig dabei ist jedoch, dass sie frühzeitig ins Bauprojekt integriert werden.

„Schaltstelle“ Systemintegrator
Die Herausforderung: Im Geschosswohnungsbau sollten die Bedürfnisse aller beteiligten Parteien berücksichtig werden. So geht es nicht nur um die individuellen Wünsche der Käufer, sondern auch um die Anforderungen der Bauherren und Betreiber. Dies sind: geringer Wartungsaufwand, einfache Bedienbarkeit, modularer Aufbau. „Hier kommt der Systemintegrator ins Spiel“, stellt Dirk Beyer fest, der mit seinem Ingenieursbüro Beyer Gebäudesystemtechnik langjähriges Mitglied bei KNX Professional Deutschland ist und sich bestens mit dem Markt auskennt. „Wird der Systemintegrator bei einem Bauprojekt frühzeitig ins Boot geholt, kann er mit seinem Wissen und seinem Überblick bedarfsgerecht beraten, planen und später programmieren. Er kann Smart-Home-Konzepte entwickeln, die die Beteiligten dort abholen, wo sie sich mit ihrem Wissen und Kenntnisstand befinden.“

Einfache Anwendungsfälle als Türöffner

Bisher haben Bauträger eher wenig Interesse daran, Smart-Home-Funktionen in Wohnungen zu bringen. Viele kennen sich zu wenig aus und empfinden die Investition mit Blick auf die Gewährleistung als zu risikoreich. Dabei ist der Geschosswohnungsbau prädestiniert dafür, eine zentrale Rolle auf dem Smart-Home-Markt zu spielen, da er die technische Ausstattung eines Gebäudes unmittelbar beeinflussen kann. Wie also diesen Mark erschließen und weiterentwickeln? „Wir müssen uns gedanklich und konzeptionell wegbewegen von Funktionen und Funktionspaketen, denn die werden im ersten Schritt gar nicht benötigt“, erklärt Dirk Beyer. „Stattdessen muss es darum gehen, einfach zu realisierende, kostengünstige, aber wirkungsvolle Anwendungsfälle zu erarbeiten. Diese ,Use Cases’ beschreiben den Smart-Home-Grundausbau und halten den Technikeinsatz erst einmal eher gering.“ Der Bauträger schafft damit quasi ein digitales Fundament, zu dem beispielsweise Smart Metering und Grundfunktionen wie die Steuerung und Vernetzung von Licht, Heizung und Sonnenschutz gehören können. Das kostet im Vergleich zu einer konventionellen Installation nur geringfügig mehr, dafür ist dann aber der Grundstein für ein echtes Smart Home gelegt.

Ein solcher Mindest-Ausbau sollte zudem die Gewährleistung definieren, um dem Sicherheitsanspruch des Generalunternehmers Rechnung zu tragen. Aufbauend auf diese Basis-Installation kann der Errichter verschiedene Ausstattungsvarianten oder Funktionspakete anbieten. So können die späteren Bewohner dann ihre Wohnung nach ihren Vorstellungen und Lebenssituationen wirklich zu ihrem persönlichen Smart Home machen.

Nachhaltige Wohnkonzepte mit KNX
KNX punktet hier als herstellerneutrales System, sowohl beim Errichter als auch beim späteren Nutzer. Standardisierung und Marktdurchdringung sind weit ausgereift, und der Standard ermöglicht das Verknüpfen verschiedener Komponenten sowie unterschiedlicher Gewerke, die über ein einheitliches Netz kommunizieren.
Klar ist: Wer heute Geschosswohnungen baut, muss dies zukunftssicher tun. Entscheider der Wohnungsbauindustrie müssen so planen, dass die Wohnungen unter dem Einfluss der rasanten Entwicklung  auf dem Smart-Home-Sektor auch morgen noch attraktiv sind. Wichtiges Stichwort ist hier das Internet der Dinge, englisch Internet of Things, kurz IoT. „Ideal wäre die verpflichtende Präsenz einer Buslösung. Denn nur dort, wo eine intelligente Infrastruktur vorhanden ist, kann eine Wohnung oder ein Gebäude auch mit den Entwicklungen mithalten und mit allen zukünftigen Varianten des IoT funktionell genutzt werden“, erläutert Dirk Beyer. „Wir planen heute das „Gebäude 2021“ und müssen zwingend eine Schnittstelle für die sich rasant weiterentwickelnde Consumerelektronik bereitstellen. Dass KNX dafür bestens gerüstet ist, hat der Standard bereits eindrucksvoll bewiesen:  Gebäude aus dem Jahr  1995 können durch KNX-Erweiterungsmodule problemlos mit dem Smartphone bedient werden – also mit einem internetgebundenen Gerät, das bekanntlich erst Jahre später, nämlich 2007 durch Steve Jobs vorgestellt wurde!“

Fazit:
Es bleibt noch einiges an Überzeugungsarbeit zu leisten, um Smart Home im Geschosswohnungsbau als Standard zu etablieren.  Der Systemintegrator ist dank seines Überblicks und seines Wissens prädestiniert als Vermittler. Er kann informieren und aufklären sowie Unsicherheiten durch Unwissen oder auch Vorurteile auf Seiten aller beteiligten ausräumen. Schlagkräftige Argumente für die Automation sind eine deutlich effizientere Energienutzung, die Möglichkeit, Verbräuche individuell zu optimieren, das Plus an Sicherheit im Smart Home und der zeitgemäße Wohnkomfort. Zur Verdeutlichung helfen klare, auf die Immobilie angepasste Use Cases, die den Mehrwert und Nutzen deutlich machen und sich erst einmal auf das Wesentliche beschränken. Der Start ins Smart Home kann also auch eine ausbaufähige KNX-Basisausstattung sein. Wichtig dabei ist, dass die Gewährleistungsgrenze deutlich formuliert ist, damit sowohl der Errichter der Immobilie als auch der Betreiber beziehungsweise Bewohner eventuelle Risiken kennen. Und schließlich: Geschosswohnungsbau ist nur dann zukunftsfähig, wenn die Gebäude, sowohl im Eigentums- als auch im Mietsegment, mit starken, nachhaltigen Automationssystemen ausgestattet werden.

Quellen:
- Interview BUS Systeme 2-2020
- https://www.smarthouse-pro.de/gebaeudeautomation/bussysteme/smart-home-im-geschosswohnungsbau.166570.html


Smarte Köpfe für einen starken Standard: der Vorstand von KNX Deutschland

KNX ist eines der führenden Systeme für die intelligente Gebäudevernetzung. Dazu tragen zum einen natürlich die Systemintegratoren, Planer und Hersteller mit Ihrem breiten Angebot und fachkundiger Beratung bei. Es ist aber auch KNX Deutschland, die als Initiative einiges unternimmt, um den

Standard bei den verschiedenen Zielgruppen noch bekannter zu machen. Nach außen wird die Initiative maßgeblich von drei Vorständen vertreten. Sie alle kommen aus der Industrie und sind seit vielen Jahren mit KNX vertraut. Wer die Personen hinter diesem „KNX-Dreigestirn“ sind, stellen wir Ihnen hier vor:

 



Johannes Hauck
Director New Business & Regulatory Environment, Corporate Strategy, Innovation & Business Development, Hager Group

„Meinen autonomen, intelligenten Lebensraum mit KNX möchte ich auf keinen Fall missen“, erklärt Johannes Hauck, der seit gut 20 Jahren bei Hager angestellt ist. Der studierte Elektrotechniker – Fachrichtung Automatisierungstechnik – ist verantwortlich für die Analyse und Bewertung des weltweiten Unternehmens- und Geschäftsumfeldes, für die Ermittlung neuer Geschäftsfelder sowie der regulatorischen Rahmenbedingungen. Darüber hinaus liefert er Support bei Forschungsprojekten. Er ist überzeugter KNX-Anhänger und betont den hohen Stellenwert, den der Standard im wachsenden Geschäftsfeld Smart Home und Smart Building hat. Wichtige Themen der Zukunft sind für ihn vor allem die Vernetzung von IoT-Geräten und Smart Services mit KNX-Systemen, Anwendungen mit künstlicher Intelligenz in Verbindung mit KNX sowie die Bereiche Datensicherheit und Datenschutz.

Johannes Hauck selbst hat in seinem Zuhause verschiedene IoT-Anwendungen mit seiner KNX-Anlage vernetzt und auch die Komponenten Licht, Beschattung, Sicherheit, Temperaturregelung und Energiemanagement in sein Smart Home integriert.

 


Markus Fromm-Wittenberg
Leiter Anwendung und Kooperation Gebäudesystemtechnik, Gira

Knapp 30 Jahre ist Markus Fromm-Wittenberg bei Gira tätig und ist in dieser Zeit von der reinen Technik zum Networking gewechselt. Nach seiner Ausbildung zum Elektroinstallateur studierte er technische Informatik mit Schwerpunkt Automatisierungstechnik. Seine Anfänge bei Gira machte er als Produktmanager für EIB/KNX, später war er Gründer des Bereiches Anwendung und Kooperation und Leiter der Abteilung Strategische Allianzen. In seiner heutigen Rolle als Start-Up-Botschafter und Leiter Gremien Management stellt er sich den aktuellen und zukünftigen Anforderungen des Marktes, darunter vor allem dem großen Thema Digitalisierung. Sein Motto: „Visionen sind die Gegenwart der Zukunft“. Mit neuen Generation von KNX und vor allem KNX IoT sieht Fromm-Wittenberg den Standard in einer guten Position, um den Wachstumsmarkt Smart Home und Smart Living gemeinsam mit dem Fachhandwerk erfolgreich zu gestalten.

Sein eigenes Zuhause hat Markus Fromm-Wittenberg bereits im Jahr 2000 smart gemacht – zu einer Zeit, in der es noch keine Funklösung für die Nachrüstung bei KNX gab. Mit einem Funkbus, dem Vorläufer des Gira eNet Systems, genießt er vor allem auf die Bedürfnisse seiner Familie maßgeschneiderte Szenarien sowie das Plus an Sicherheit durch den Panik- und Zentral-AUS-Taster.

 



Ullrich Fichtner
Vertriebsleiter Inland, Albrecht Jung GmbH & Co. KG

Seit Mitte Juli 2020 leitet Ullrich Fichtner bei Jung den innerdeutschen Vertrieb. Vorher war er viele Jahre zuständig für die Kommunikation mit den branchenrelevanten Verbänden und Initiativen. Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit Großhandel und Handwerk sowie mit Architekten und Planern sammelte er davor im operativen Vertrieb des Unternehmens. Da Jung eines der Gründungsmitglieder von KNX Deutschland ist, ist auch Fichtners Bezug zu den Systemintegratoren sehr eng. Ullrich Fichtner ist überzeugt: „Die Weiterentwicklung von KNX als System und die damit verbundenen Maßnahmen bei Produktentwicklung, Marketing und Schulung werden uns auch in Zukunft erfolgreich sein lassen. Die spannendste Herausforderung neben der Einführung von KNX Secure ist im Moment sicher KNX IoT. Die Gewerke übergreifende Vernetzung fordert semantisches Interworking genauso wie sinnvolle Maßnahmen zur Cybersicherheit. Und: Das Servicegeschäft auf Basis von Daten verspricht enormes Wachstum. Hier bietet KNX ein breites Feld.“

Zuhause setzt Ullrich Fichtner auf eNet von Jung. Er hat eine Immobilie übernommen, in der kein KNX verbaut war und in der sich eine ganzheitliche verdrahtete Nachrüstung nur schwer umsetzen ließ.


KNX kommt zu Ihnen nach Hause – erste Online-Messe im September

Sie vermissen die Möglichkeit sich bei einem Messebesuch in Sachen KNX auf den neuesten Stand bringen zu lassen? Leider müssen wir alle sicher noch eine gute Weile auf Live-Begegnungen dieser Art warten. Das ist aber kein Grund, auf Information und Austausch zu verzichten – im

Gegenteil: KNX kommt jetzt direkt in Ihr Büro oder sogar zu Ihnen nach Hause! Vom 28. September 2020 an können Sie sich fünf Tage lang online intensiv und ganz so, wie es in Ihren Zeitplan passt, über neue Entwicklungen, spannende Produkte und zukunftsweisende Referenzprojekte informieren.  


Das erwartet Sie bei der neuen KNX-Online-Messe:
•    Highlights der KNX Association wie z. B. Gewerke mit KNX, KNX-Energiemanagement und ETS-6-Premiere
•    Präsentiert werden neue KNX-Produkte und -Lösungen von KNX-Mitgliedern
•    Praxislösungen von KNX-Profis
•    Informationen zu aktuellen Schulungsmöglichkeiten
•    Chats und Spiele
•    Raum und Angebote zum Austausch und Networking


Merken Sie sich den Termin vor:

28. September bis 2. Oktober 2020


Wir werden Sie auf unserer Website unter www.knx.de auf dem Laufenden halten und über das weitere Programm informieren – es lohnt sich, regelmäßig vorbeizuschauen!


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